Im ayurvedischen Himalaya

Zugegeben: Die meisten Ayurveda-Resorts liegen im Süden Indiens, genauer gesagt in Kerala. Dort bin ich berufsbedingt schon einige Male gewesen. Auch wenn ich den Süden liebe, habe ich mich letzten Dezember in den Norden begeben. Nebst eindrücklichen Sehenswürdigkeiten wie dem Amber Fort in Jaipur, dem Red Fort in Agra und natürlich dem weltberühmten Taj Mahal, bietet der Norden nämlich auch traditionelles Ayurveda: Am Fusse des Himalayas, unweit der heiligen Stadt Rishikesh befindet sich an schönster Berglage das Ananda in the Himalayas.

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Der Blick vom Ananda aus. Bild: Ananda in the Himalaya.

Die Rezeption war einst der Palast eines Maharadschas und macht einen entsprechend majestätischen Eindruck. Von dort aus geht’s abwärts: Und zwar relativ steil. Den Weg zu den Zimmern, dem Ayurveda- und Spa-Zentrum sowie zum Restaurant kann man entweder in einem Golf Caddy oder zu Fuss in Angriff nehmen. Unterwegs gibt es viel zu sehen: Die grüne Gartenanlage wartet mit exotischen Bäumen, eindrücklichen Aussichtsplätzen, einem kleinen Amphitheater und sogar einem Golfplatz auf.

Spass muss sein – hier mit Pradeep, der immer gut gelaunt ist und dazu einen tollen Service leistet.

Die Zimmer bieten entweder Blick auf den Garten oder hinunter zur Stadt Rishikesh, die am Ganges liegt. Der Ganges ist nicht nur der heiligste Fluss der Hindus, sondern mit 2600 km Länge auch der zweitgrösste Indiens. Empfehlenswert ist die Teilnahme einer sogenannten Lightning Zermonie, wo abends Hunderte kleine Lichter über den Ganges geschickt werden.

Man trifft das eine oder andere Äffchen, ansonsten ist es absolut ruhig

Im Ananda ist es absolut ruhig – kein Strassenlärm stört die Tages- und Nachtruhe. Dafür ist es etwas frisch, da das Ananda rund 400 Meter über Meer liegt und sich das Bergklima vor allem nach Sonnenuntergang merklich abkühlt. Mit Wärmeflaschen, die jeden Abend aufs Zimmer gebracht werden und einem leicht geheizten Swimmingpool wird diesem Umstand Rechnung getragen. Tagsüber ist es angenehm warm und die massgeschneiderten Yogalektionen lassen sich problemlos an einem schattigen Plätzchen im Garten absolvieren.

vogel

Man trifft im Ananda den einen oder anderen Pfau an.. auch sie mögen die Aussicht. Bild: Ananda in the Himalaya.

Wer nicht weiss, was er anziehen soll, kann jederzeit auf die Ananda-Kleidung zurückgreifen, die immer im Kleiderschrank im Zimmer bereitliegt: Ein langärmeliges weisses Shirt sowie weite weisse Hosen – beides aus Baumwolle. Auch ins Restaurant kann man problemlos im Ananda-Dress, den es natürlich in verschiedenen Grössen gibt.

Zu Essen gibt es nicht wahnsinnig viel, darum schätze ich den Nachmittags-Tee doppelt.

Die Ayurvedabehandlungen finden im schön gestalteten Ayurveda-Zentrum statt. Vor der Massage kann man sich im nach Frauen und Männer separierten Spa umziehen, Tee trinken und bei Bedarf auch das Dampfbad oder die Sauna nutzen. Einige Minuten vor Massagebeginn holt einem die zuständige Therapeutin ab und geleitet einen zum jeweiligen Massageraum. Die Ayurvedabehandlungen beginnen immer mit einem gesungenen Gebet und enden mit einer liebevoll ausgesprochenen Segnung. Die Massageliegen sind aus Teakholz gefertigt, werden aber aus Komfortsgründen mit kleinen Matten belegt, wofür meine Knie sehr dankbar waren.

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Hier sieht man die Stadt Rishikehs und den Ganges. Bild: Ananda in the Himalaya.

Das Essen für die Ayurvedagäste wird vom Koch speziell nach Vorgaben des Ayurveda-Arztes zubereitet. Aus der Ayurveda-Karte wählt man jeweils aus einem vegetarischen Gericht und einem Menü mit Fleisch oder Fisch. Wer Appetit mitbringt, wird für den Nachmittagstee in der Rezeption dankbar sein: Dort kann man sich jeweils mit Kuchen und kleinen Snacks versorgen – denn die ayurvedischen Mahlzeiten sind nicht sehr üppig. Zu dieser Zeit ist auch der Hausservice fleissig und bringt einem jeden Tag aufs Neue einen kleinen Snack aufs Zimmer.

Dank straffem Ayurveda-Terminplan kommt keine Langweile auf!

Mein Fazit: Die Woche im Ananda war herrlich entspannend, der Service aufmerksam und zuvorkommend und auch auf individuelle Wünsche wurde eingegangen. Da die Massagen und Yogasitzungen über den Tag verteilt sind, ist man stets beschäftigt – entweder mit Essen, ausruhen oder Treatments – so lässt es sich Leben! Wer auf Meer und Strand verzichten kann, dafür die Vorzüge der Berglage geniessen will und einen wirklich ruhigen und wunderschönen Ort zum Erholen sucht, der wird sich im Ananda wohlfühlen.

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